Claudia Chaseling
Barbara Steiner 2007 Anke Zeisler 2008 Niels Ohlsen 2006
Barbara Steiner 2007 Art World Magazine First Issue 2008 Dorothée Bauerle-Willert 2009 Holger Poetzsch 2010


Eintagsfliege

Ihre Eintagsfliege (2008) Eitempera, Graphit, Öl auf Leinwand ist ein Weltbild. Nicht nur mit seinen zwei mal sechs Metern und dem Titel bestimmt es die Ausstellungin der Kunsthalle, viel mehr ist es Ausdruck des Künstlerischen Wollens der Malerin und Zeichnerin.

Claudia Chaseling thematisiert die Diskrepanz zwischen der Bewegung natürlicher Prozesse und dem Fortschrittsdrang des Menschen. Sie sucht mit den Mitteln der Malerei nach einer Allegmeinformel für den Herzschlag des Lebens im ungezügleten Tempo wissenschaftliche-technischer Entwicklung.

Philospophen wie Günther Anders (Die Antiquiertheit des Menschen) oder M.C. Cioran, einer der redikalsten Kulturkritiker des 20. Jahrhunderts, sind Verwandte dieses Denkens: Wie kann ein Mesch die existentielle Bedeutung dessen, was er schafft, rechtzeitig begreifen? Geht das überhaupt? Oder erleben wir gerade das Schicksal, wie das der Eintagsfliege, die nicht weiss, wie kurz ihr durchaus bewegtes Leben ist?

Die Malerei Chaselings - Formationen moderner industrieller und technikbezogener Architektur in unüberschaubaren und endlos wirkenden Räumen - ist nicht unbeeinflusst von ihrem vierjährigen Aufenthalt in Australien. Sie studierte das Land mit seiner unermesslich weiten, auch rauhen Landschaft ebenso wir die Kunst seiner Ureinwohner, die Aboriginal Art.(...)

Anke Zeisler, 2008